Amarone – schwer aber gut

Amarone – schwer aber gut

Mit dem Beginn des Herbstes ist die Zeit der leichten Sommerweine vorbei und damit beginnt auch die Zeit des Amarone. Der mächtige Wein aus dem Veneto zeichnet sich durch seine kräftigen Aromen verbunden mit einem hohen Alkoholgehalt aus. Nur wenige Weine sind in der Herstellung so aufwändig wie der Amarone, deshalb hat er auch seinen Preis.

Mit seinen ausgeprägten, unverwechselbaren Aromen und herrlichen Duftnoten eignet eignet sich der Amarone hervorragend als Begleiter zum Essen oder zu einer Zigarre. Der Wein wird aus einer bestimmten Traubenkombination hergestellt, einer so genannten Uvaggio. Zu den Hauptsorten gehören dabei Corvina, Rondinella und Molinara, alles einheimische Sorten aus dem Gebiet rund um die italienische Stadt Verona. Bestimmungen legen dabei fest, welche der Traubensorten mindestens zu wie viel Prozent verwendet werden müssen. Dazu können bis zu einer jeweils festgelegten Höchstmenge auch noch weitere Traubensorten zugemischt werden.

Die Trauben für die Produktion von Amarone werden meist etwa ein bis zwei Wochen vor den Trauben für den normalen Valpolicella geerntet, der übrigens aus den gleichen Trauben gewonnen, jedoch anders hergestellt wird. Für den Amarone kommen dabei nur vollkommen gesunde Trauben mit unbeschädigter Schale in Frage.

Zu Rosinen getrocknet

Nach der Ernte beginnt der Verarbeitungsprozess mit dem für den Amarone so typischen «Appassimento». Dabei trocknen die Trauben meist rund 120 Tage lang auf Holzgittern und werden immer wieder gewendet – ein enormer Aufwand. Dies geschieht in Räumen, die gut durchlüftet sind. Beispielsweise eignen sich Dachböden von typischen, italienischen Bauernhäusern in Hügellage hervorragend dazu. Während dieser Trocknungsphase verlieren die Trauben nun etwa 30 bis 40 Prozent ihres Anfangsgewichtes. Gleichzeitig nimmt der Zuckergehalt enorm zu, was später nicht selten zu einem Alkoholgehalt von über 15 Prozent führt. Im Winter werden die Trauben, welche bereits eher Rosinen ähneln, zum Vergoren eingemaischt. Nach dem Gären und Keltern muss der Amarone nun noch mindestens zwei Jahre im Fass lagern, bevor er abgefüllt wird. Spitzen-Amarone reift sogar bis zu sechs Jahren im kleinen Eichenfass – was den Preis für den Amarone natürlich nochmals in die Höhe schiessen lässt, jedoch für ein exquisites Aroma sorgt.

Ein Malheur mit Folgen

Die Erfindung des Amarone ist nicht etwa innovativen, forschenden Winzern zu verdanken. Vielmehr – so besagt die Legende – steckt ein Versehen dahinter. Ursprünglich wurde aus den getrockneten Trauben der zuckersüsse Recioto gewonnen, einem Süsswein, der vor allem in der Region als Delikatesse gilt. Eines Tages aber ging ein Fass Recioto vergessen und der Wein begann wieder zu gären.

Die Hefe zerstörte die so typische Süsse und und machte aus den tausenden Litern Dessertwein einen etwas eigentümlichen trockenen Rotwein mit aussergewöhnlich hohem Alkoholgehalt. Was nur sollte man nun mit dem Wein machen? Man versuchte aus der Not eine Tugend zu machen und suchte für die eigentliche Fehlproduktion einen Absatzkanal – und fand diesen im hohen Norden von Kanada. Und wie: Die Nachfrage war so riesig, dass man nun bewusst begann, Amarone zu produzieren. Heute werden fast zehn Millionen Flaschen pro Jahr produziert – und der Amarone gehört weltweit zu den beliebtesten und vor allem berühmtesten Weinen.

Ein Wein mit Charakter – und Preis

Bis heute gehört die Herstellung des Amarone zu den aufwändigsten Herstellungsverfahren von Wein. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch im Preis der Weine. Dass sich Preis und Aufwand aber lohnen, zeigt spätestens das Resultat. So entstehen zwar die unterschiedlichsten Ausprägungen von Amarone. Im Idealfall wird jedoch immer ein cremiger Wein mit einer trockenen Süsse und vielfältigen Aromen von Blüten, Kräutern, schwarzen Beeren, Kirschen und Dörrpflaumen geschaffen. Dem fruchtig-lieblichen Geschmack gegenüber stehen kräftige, harte Gerbstoffe, die für eine gewisse Bitterkeit sorgen. Eben ein typischer Amarone – süss und bitter zugleich.

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