In Memoriam Erwin Huber
1971 – 2017

Erwin Huber hatte viele Facetten, ein aussergewöhnlich grosses Netzwerk und es gäbe an dieser Stelle viel über ihn zu erzählen. Wir finden jedoch, dass der nachfolgende Text – eine Rede, die sein guter und langjähriger Freund Drazen an der Abdankungsfeier in der vollbesetzten Zürcher Fraumünsterkirche hielt – den Kern des Menschen Erwin Huber trifft.

Erwin habe ich vor über 15 Jahren kennengelernt. Damals versuchte ich, meine ersten Schritte in der Zürcher Gastronomie zu wagen. Es ging gar nicht lange, bis mir jemand von Erwin und seinem Getränkehandel erzählt hat. Ich denke, das war der Start einer einmaligen und innigen Freundschaft.

Ich habe mir in den letzten Tagen, wie viele von euch, sehr viele Gedanken gemacht. Wieso und warum? Wieso ER? Ich habe für mich jedoch schnell entschieden, dass ich mich nur noch an die schönen und positiven Erlebnisse mit Erwin erinnern möchte. Darum habe ich mir für heute einige Anekdoten, welche ich mit diesem wunderbaren Menschen erleben durfte, überlegt. Diese möchte ich gerne mit euch teilen.

1. ANEKDOTE
Wir haben sehr oft, wahrscheinlich täglich, miteinander telefoniert. Meistens fing es so an:
ERWIN: Zuckermüsli…? ICH: Hallo Erwin. Alles klar? Wo steckst du? ERWIN: Ja, bin auf dem Weg zu einem Termin um 10 Uhr. ICH: Erwin, es ist schon 10.30 Uhr!!! ERWIN: Ich weiss.

2. ANEKDOTE
Ich durfte ein Mittagessen zusammen mit Erwin und mit meinem damaligen Vorgesetzten vereinbaren. Als Erwin um ca. 13.05 Uhr eintraf, sassen wir kurz vor ihm bereits am Tisch. Er entschuldigte sich, dass er sich verspätet hatte. Mein Vorgesetzter sagte ihm jedoch, es seien doch nur 5 Minuten. Da sah uns Erwin verdutzt an und fragte: hatten wir nicht um 12 Uhr abgemacht? Ich antwortete: nein, ich hatte um 13 Uhr reserviert; ich wusste jedoch, dass ich mit dir um 12 Uhr abmachen muss. Wir sahen uns alle an und meinten nur, so gut kennen wir uns schon…

So war Erwin und so kannten wir ihn alle. An seinem letzten Termin jedoch ging er viel zu früh. 
Zuletzt habe ich noch einen Abschiedsbrief, welchen ich ihm gerne mit auf dem Weg geben möchte.
Mein Freund Erwin,
Ich weiss nicht, wo ich anfangen soll. Mir fällt es sehr schwer, der Tatsache ins Augen zu blicken und zu verstehen, dass du nicht mehr unter uns bist. Auf deine letzte Reise möchte ich dir nur noch DANKE sagen…

DANKE, dass ich dich vor über 15 Jahren kennenlernen durfte. DANKE, dass ich an deinem Leben teilhaben durfte, sprichwörtlich Tag und Nacht. DANKE, dass ich deine positive, einzigartige und sehr menschliche Art kennenlernen, lieben und manchmal auch nicht nachvollziehen durfte. DANKE, für die tollen Stunden. DANKE für dein lustiges Wesen. DANKE für die Aufmerksamkeit und dein immer offenes Ohr. DANKE für die interessanten und langen Gespräche. DANKE, dass ich meistens, respektive, immer auf dich warten musste. DANKE, dass du dir immer Zeit für mich genommen hast. DANKE für deine tollen Worte, Tipps und Ratschläge. DANKE, dass ich wegen dir den Mut hatte, meine heutige Lebenspartnerin und Mutter meiner beiden Kinder anzusprechen.

DANKE, dass du mir das Gefühl gabst, dein Freund und ein wichtiger Mensch in deinem Leben zu sein. DANKE, dass ich ein Teil deines Lebens war und wir keine Geheimnisse voreinander hatten. DANKE für dein Herz und deine Liebe. DANKE, dass du mein Leben bereichert und erfüllt hast. DANKE, dass ich überhaupt das Glück hatte, dich kennengelernt zu haben. DANKE für alles, was ich mit dir erleben, erfahren, lernen und auch durchmachen durfte. DANKE, dass es dich gab. Ich werde dich sehr vermissen.
Ruhe in Frieden mein Freund und wir sehen uns.

Drazen